Montag, 23. Januar 2006

Kino: Lücke im System


Plot: Zwei schwer engagierte Hacker machen passend zum just statt findenden World Leader Summit Unsinn bei einer Firma, die weltweit Geldtransaktionen durchführt und bekommen Ärger. Oder so.

Schwieriger Film, was aber vielleicht an der schlechten deutschen Fassung lag, in der komisch gesprochen wurde. Der Film basiert auf wahren Begebenheiten, was man sich ungefähr so vorstellen darf: Im Prinzip ist das alles möglich und es finden sich keine Hinweise, dass so etwas nicht hätte passieren können. Nachdem der geniale Einbruch in das Computersystem der Finanzspekulanten gelungen ist, schwinden der Hauptfigur nach einem Unfall erstmal die Erinnerungen an den Gig. Hat er statt gefunden? Ist etwas schief gelaufen? Wohl schon, sonst wäre der Companero nicht abhanden gekommen. Und um dem noch eins drauf zu setzen, spielt er auch noch Versuchskaninchen in einer medizinischen Fallstudie mit gewissen Geldgebern, um sein Gedächtnis zu reaktivieren.

Was mir gut gefallen hat: Die ganze Geschichte wird eher unaufgeregt aus der Sicht der beiden Aktivisten erzählt, mit wem sie sich anlegen, was diese Leute wissen (und was sie unternehmen) bleibt alles wunderbar verborgen. Und der Computerkram, der in der Fiktion sehr oft sehr peinlich und sehr realitätsfern daherkommt, der sehr oft einfach nur dumm und falsch ist, funktioniert hier bestens. Es kommt wenig Computerei vor, es fallen ein paar Stichworte, es wird nicht komisch rumerklärt. Auch wichtig: Es passiert nichts dummes auf Bildschirmen, es gibt keine dummen Computergeräusche.

# | 23.1.2006, 18:29 | popup5 commentscomment

yo

ich denke so könnte man es sagen.
nur noch eine empfehlung von mir: geht in den film, echt gutes ding. wann sieht man schonmal sowas schönes? oft ist es jedenfalls nicht.

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also son bisschen wie 23?
ich werde nie vergessen, wie dumm die pro7 typen bei der vorpremiere gekuckt haben, wo ich meinte: am besten war, das weder til schweiger noch heike makatsch (nein, damals war es wohl katja riemann) mitspielen.

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obacht, '23' ist mehr rock'n roll und zeitgeschichte und coole sympathische typen ... da geht es in diesem film eher unterkült kryptisch zu. sympathiefiguren und große gefühle sind nicht des films sache.

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zu deinem letzten absatz: JA! es fasziniert mich immer wieder, wie in kino- und fernsehfilmen bis heute selbst so vollkommen alltägliche, sich täglich milliardenfach vollziehende vorkommnisse wie die ankunft oder das öffnen einer email inszeniert werden. oder ein chatfenster. oder das simple eingeben eines passworts. oder die suche nach irgendeinem dokument oder datensatz. oder die ausschnittsvergrößerung eines fotos. oder das ausschalten des computers, als ob er ein fernseher wäre. das ist vollkommen irre und versaut selbst gute filme in sekundenschnelle.

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schußwaffen jeglichen kalibers werden abgefeuert, raumschiffe zum mond geflogen: jeder handgriff sitzt. und dann bei der (der!) tätigkeit, die das potentielle publikum aus dem eff-eff beherrscht, wird so oft so (so!) gestümpert, dass ausnahmen sofort angenehm auffallen. schon komisch.

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